Erste Hilfe bei Sportverletzungen und UnfällenWas gegen Verletzungen, Verstauchungen und Muskelkater helfen kann
Viele Deutsche treiben in ihrer Freizeit gerne Sport. Bei so vielen Fitnessfreaks bleiben Sportverletzungen, Unfälle und Muskelkater nicht aus. Was kann man dagegen tun?
Keine Frage, Sport hat einen positiven Nutzen auf die Gesundheit und die Lebenserwartung der Menschen. Manchmal tritt aber auch das Gegenteil ein und es kommt zu Unfällen und Verletzungen. Sportverletzungen und mögliche UrsachenOft ist die ungenügende Vorbereitung oder eine mangelnde Technik schuld an akuten Verletzungen beim Sport. Die Koordination der Muskeln ist dann fehlerhaft; Gelenke, Bänder und Sehnen werden über Gebühr belastet und beansprucht. Zu Verletzungen kann ferner das Nichtbeachten sportlicher Regeln durch die Mitspieler oder die Betroffenen selbst führen. Tipp: besonders wichtig ist das Erlernen der richtigen Technik der jeweiligen Sportart - nicht nur für die Vorbeugung akuter Sportverletzungen, sondern auch zur Prävention dauerhafter Schäden. Gerade im Breiten- und Freizeitsport wird das häufig nicht berücksichtigt. Folge: Das Risiko für Verletzungen und (anhaltende) Überlastungsschäden steigt. Was genau sind akute Sportverletzungen?Zu den akuten Verletzungen im Sport zählen Verstauchungen, Verdrehungen, Prellungen, Zerrungen, Muskelrisse, Sehnenverletzungen, Verrenkungen oder Knochenbrüche. Besonders häufig ist der Kreuzbandriss. Dabei zerreißt das Kreuzband durch ein Verdrehen oder Abknicken des Knies. Das kann bei der Landung nach einem Sprung oder bei plötzlichem Abstoppen oder abrupter Richtungsänderung geschehen. Zerrungen betreffen sehr oft das obere Sprunggelenk. Hiervon können vor allem Fußballer, Volleyballer, Turner und Handballer ein Lied singen. Mögliche Verletzungsfolgen reichen von Überdehnungen bis hin zum teilweisen oder völligen Zerreißen von Bändern. Die Betroffenen reagieren mit starken Schmerzen auf Druck, der Außenknöchelbereich schwillt an, überwärmt und es bildet sich ein Hämatom (Bluterguss). Was kann man gegen Sportverletzungen tun?In der Praxis hat sich als Erste-Hilfe-Maßnahme das PECH-Schema bewährt:
Hilfreich kann es sein, wenn der Sportler schon vor Ort die oben genannten Erste-Hilfe-Maßnahmen ergreift. Diese können darüber entscheiden, wie schwer die Folgen (Schwellung, Hämatome, Schmerzen) sind. Auch der Laie kann nach der PECH-Regel vorgehen. Daher sollten sportlich Aktive immer ein kleines Notfallsortiment dabei haben. Zur Grundausstattung gehören: Schere, Verbandpäckchen (Schnellverband), Fixierbinden, Pflaster, Wundkompressen und ein Paar Latexhandschuhe. Weiterhin empfehlenswert sind ein Wunddesinfektionsmittel sowie Kühlkissen. Ein kühlender Duckverband sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße verengen, die Schwellung und Hämatombildung eingedämmt und der Schmerz gemildert wird. Danach kann der Kältereiz sporadisch, das heißt alle zwei bis drei Minuten, wiederholt werden. So wird der blutstillende Effekt aufrecht erhalten. Vorsicht: Wer zu lange kühlt, kann die Wundheilung verzögern. Kühlkissen gehören daher niemals direkt oder zu lange auf die Haut. Will man länger moderat kühlen, bieten sich Salben, Gels oder Cremes an, die sich zudem gut als Verband anlegen lassen. Häufig wirken sie gleichzeitig abschwellend und schmerzlindernd. Viele Produkte enthalten Heparin, Ibuprofen, Diclofenac, Mucopolysaccharidpolyschwefelsäureester oder Salicylsäure. Darüber hinaus können Zubereitungen mit Arnika und Beinwell-Extrakt den Heilungsprozess unterstützen. Grundsätzlich dürfen natürlich nur geschlossene Wunden mit Kälte oder Wärme behandelt werden. Wärme wendet man besser erst nach Abklärung der Verletzung durch den Arzt an. Denn nur bei Verletzungen wie Muskelverhärtungen, chronischen Muskelverspannungen, Muskelkater oder Zerrungen kann Wärme gut tun. Geeignet sind dann Fangopackungen, Wärmepflaster, Wärmflaschen, Hot-Cold-Packs und durchblutungsfördernde Salben. Auch warme Bäder mit muskelentspannenden Zusätzen wie Wacholder-, Rosmarin- oder Fichtennadelöl sowie Saunagänge helfen verhärteten Muskeln, sich zu entspannen. Wie kann man Verletzungen vorbeugen?Mit funktionellen Verbänden können gefährdete oder verletzte Körperteile aktiv und passiv geschützt, gestützt oder entlastet werden. So werden extreme Belastungen vermieden und Muskel- und Knorpelgewebe dennoch gut durchblutet. Es kommt zu einem schnelleren Abtransport von Entzündungssubstanzen. Die Hämatomflüssigkeit wird leichter ausgeschwemmt als bei kompletter Ruhigstellung. Auf diese Weise wird der Heilungsprozess unterstützt. Sie eignen sich allerdings nicht für jede Art von Sportverletzungen. Bei großflächigen Wunden, Knochenbrüchen, Muskel- und Sehnenrissen und ausgedehnten Hämatomen sind sie kontraindiziert. Was tun bei Muskelkater oder Muskelkrämpfen?Freizeitsportler, die sich nur selten bewegen, bekommen häufiger Muskelkater als solche, die gut trainiert sind. Das liegt daran, dass Muskelkater überwiegend durch eine Überbeanspruchung der Muskulatur entsteht. Generell verursachen ungewohnte Belastungen eher Muskelkater als regelmäßiger, gewohnter Trainingsreiz und moderate Leistungssteigerungen. Wer unter Muskelkater leidet, sollte sich dennoch weiter leicht bewegen, aber immer unterhalb der Schmerzgrenze! Wärme tut ebenfalls gut, zum Beispiel in Form von durchblutungsfördernden Salben, warmen Bädern oder Saunagängen. Ein Geheimtipp unter Sportlern ist die Einnahme einer Kombination aus Vitamin E, Magnesium, Kieselerde und Johanniskrautextrakt. Auch Muskelkrämpfe sind unangenehm, aber harmlos. Sie treten vor allem bei starker Austrocknung, bei Belastung unter großer Hitze und bei Durchblutungsstörungen auf. Als Auslöser kommen auch Elektrolytverschiebungen in Frage. Die Muskeln ziehen sich zusammen, verhärten und der Sportler empfindet bei Belastung einen dumpfen Schmerz. Wer häufig unter Krämpfen leidet, sollte auch an Fehler bei seiner Ausrüstung denken. Denn schlechtes Schuhwerk oder Abschnürungen durch Gummibänder können ebenso für Verkrampfungen der Muskulatur sorgen wie schlechter Untergrund/Hallenboden oder mangelnde Technik bei Bewegungsabläufen. Vorsichtiges Dehnen kann die verspannten Muskelpartien wieder entkrampfen. Wichtig: anschließend die Flüssigkeits- und Elektrolytverluste unbedingt ausgleichen! Behandlung von BlasenGegen Blasen helfen perfekt sitzende Schuhe und gut sitzende Strümpfe. Wer bereits im Voraus weiß, dass seine Schuhe an bestimmten Stellen drücken, sollte die entsprechenden Stellen rechtzeitig mit Pflaster abkleben. Ist dennoch durch hohe Druck- oder Reibungsbelastungen eine Blase entstanden, eignen sich Hydrogelverbände oder spezielle Blasenpflaster. Sie verbleiben bis zum Abheilen für mehrere Tage auf der Blase. Dabei ist es egal, ob diese geschlossen oder aufgeplatzt ist, da die Hydrogelverbände Wundsekrete absorbieren. Ist die Blase offen, kann man sie aber auch als normale Wunde betrachten und wie diese versorgen. Schnitt- und SchürfwundenSchnitt- und Schürfwunden sind bei Sportlern keine Seltenheit. Sie müssen generell gut gesäubert werden, am besten mit sauberem Wasser. Eingedrungene Fremdkörper müssen aus der Wunde mit einem Mulltupfer, einer Bürste (steril, mit abgerundeten, weichen Borsten) oder Pinzette entfernt werden. Bei der Säuberung mit der Bürste ist unter Umständen eine lokale Betäubung erforderlich. Anschließend ist eine Desinfektion sinnvoll mit alkoholischen Lösungen oder desinfizierenden Sprays. Je nachdem, wie groß die Wunde ist, sollte sie mit einem Pflaster oder einer sterilen Kompresse mit elastischer Binde abgedeckt werden. Salben und Gels gehören hingegen niemals auf offene Wunden. Ist die Wunde sehr tief, schmerzhaft oder extrem großflächig, bleibt nur der Gang zum Arzt. Quellen:
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.
Der Artikel Erste Hilfe bei Sportverletzungen und Unfällen in Bewegung & Sportmedizin unterliegt dem Urheberrecht. Jegliche Verwendung dieses Textes, auch auszugsweise, erfordert die vorherige schriftliche Erlaubnis des Autors. Autor des Artikels Erste Hilfe bei Sportverletzungen und Unfällen ist Marco Theuer.
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